Meine Beziehung zum Tee
von James Norwood Pratt
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke und an gemeinsame Mahlzeiten in der Familie, kommt mir immer auch Eistee in den Sinn. Tee ist im Hintergrund, aber immer mit dabei: Nach der Kirche an dem Tag, als Redge Hanes und ich die Schlange fingen. Wenn wir mit Besuch auf der Veranda saßen. Wenn wir vom Spielen hereinkamen oder vom Lesen aufblickten … Der chinesische Weise, der Tee als eine der „sieben Notwendigkeiten“ des täglichen Lebens bezeichnete – er hätte aus meiner Heimat North Carolina stammen können.
Menschen aus dieser Gegend braucht man nicht zu erzählen, dass ihr Staat den Namen des ersten Teetrinkers trägt, der auf dem britischen Thron saß. Seinem Beispiel sind wir seit unseren Anfängen praktisch Tag für Tag gefolgt, und einige besondere Blätter unserer Geschichte sind dem Andenken des Tees gewidmet.
Wenn ich an meine frühen Erinnerungen denke, so scheint mir manchmal, dass ich eine besondere Beziehung zu jenem Naturwunder geerbt habe, welches das Thema dieses Buchs darstellt. Mein eigenes Leben und das Leben meiner Vorfahren scheint von Tee durchdrungen zu sein. „Eistee“ und „heißer Tee“ waren bei uns im Süden feste Bestandteile des täglichen Lebens, obschon wir das Wort “Tee” ohne zusätzliche Bezeichnungen kaum je verwendeten. Richtig zubereiteter heißer Tee war bei uns zu Hause eine typische Erfahrung des Winters, gelegentlich auch eine besondere Wohltat, wenn wir fiebernd im Bett lagen und von jenen geheimnisvollen Empfindungen heimgesucht wurden, welche eine Krankheit bei Kindern hervorruft. Zum Tee gehörte bei uns immer Zucker und Zitrone; ich glaube nicht, je vernommen zu haben, dass man stattdessen Milch in den Tee geben könne.
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Anni Bürkls neuer, aufwendig recherchierter Kriminalroman “Schwarztee” beschäftigt sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der idyllischen Region Ausseerland und mit vermeintlichen esoterischen Heilsbringern, die sich beinahe wie faschistische Führer feiern lassen. Trotz dieser brisanten Themen entpuppt sich „Schwarztee“ nicht nur als spannender und hochaktueller Gesellschaftskrimi, sondern auch als ein unterhaltsam-anregender Teekrimi, der sogar Rezepte der Autorin für stilvolle Teezeremonien beinhaltet. 

Raku ist ein traditionelles, japanisches Verfahren zur Herstellung von Keramik - insbesondere von Trinkschalen für die Teezeremonie. Bei ca. 1000 Grad werden die Schalen glühend aus dem Brennofen geholt, in Sägemehl gelegt und anschließend ins kalte Wasser getaucht. Es ist ein faszinierendes Spiel der Elemente.
Eine dampfende Tasse grüner Tee ist für Genießer Entspannung pur nach einem stressigen Tag. Der unfermentierten Variante des Schwarztees werden diverse heilsame Wirkungen nachgesagt. Jedoch wären wohl die wenigsten Teetrinker darauf gekommen, ihr geliebtes Heißgetränk auch äußerlich anzuwenden. Der Deutsche Teeverband Hamburg empfiehlt jedoch genau das.




