Japan Grüntee eine besondere Klasse…

Teeanbau in Japan
In Japan wird Grüntee zwischen dem 30. und 36. Längengrad angebaut. Die Grünteegärten liegen lediglich in einer Höhe von 30 bis 500 Metern, da die Temperatur in höheren Lagen für den Anbau von Grüntee zu niedrig ist. Die gesamte Anbaufläche für Grüntee beträgt aus diesem Grund “lediglich” 53.939 ha, auf der 85.391 Tonnen geerntet wurden. Die aromatischsten Grüntees, also die besseren Standards wie Sencha Superior und Extrafine, werden in einer Höhe von ca. 300 m angebaut. Die Standards Sencha Medium, Extra und Fine wachsen in einer Höhe von ca. 150 - 200 m.Um dem Grüntee sein aussergewöhnliches Aroma entfalten zu lassen, wird er in zwei Produktionsprozessen verfeinert. Nach der Pflückung werden die Grüntees von den Kleinpflanzern zu zentralen teeverarbeitenden Fabriken transportiert, wo sie zwei Produktionsprozesse durchlaufen müssen:
1. Bei dem Produktionsprozess wird der Grüntee zuerst mit heissem Wasserdampf bearbeitet und dann abgekühlt. Nach der Abkühlung werden die Grünteeblätter ein erstes Mal gerollt und dann leicht getrocknet. Um den Grünteeblättern den richtigen Feuchtigkeitsgehalt zu geben, werden sie in speziellen Rollmaschinen bearbeitet, bevor sie nach Wunsch geformt und nochmals gerollt und getrocknet werden.
2. Im zweiten Produktionsprozess wird der Grüntee gesiebt, in die gewünschte Grösse geschnitten und wiederum getrocknet, damit der Grüntee sein volles Aroma entfalten kann. Zum Abschluss des Produktionsprozesses werden die Grüntees, je nach Kundenwunsch, gemischt.
Die beste Qualität des japanischen Grüntees ist der “first flush”, welcher von Ende April bis Mitte Mai geerntet wird. Die nachfolgende Pflückung, der “second flush”, erzielt ungefähr 70% des Marktpreises des “first flush”. Der ,second flush” wird von Anfang bis Ende Mai gepflückt.
Bearbeitungsmethode
Eine häufig angewandte Methode besteht z.B. darin, in eine ca. 2×1m zylindrische, leicht geneigte Trommel das frisch gepflückte grüne Blatt am oberen Ende hineinzugeben, innerhalb der Trommel mit Dampf zu besprühen und am anderen, unteren Ende wieder herausfallen zu lassen. Der Dampf wird unter leichtem Druck auf die Blätter gesprüht. Mindestens 2 Minuten Mus das Blatt dem heissen Dampf ausgesetzt sein. Diese Behandlung bewirkt im Blatt, dass die oxydierenden Enzyme inaktiviert werden, die grüne Farbe des Blattes erhalten, der Blatteigengeruch unterdrückt und obendrein das Blatt elastisch und weich wird, was unbedingt wichtig ist für die weitere Behandlung. Das Blatt soll biegsam werden, aber nicht zu weich, damit es beim Rollen nicht völlig auseinanderbricht. Nach der Behandlung mit Dampf muß das Blatt nun erkalten, indem man es dünn in Trögen auslegt und durch einen Ventilator kühlt. Dadurch wird natürlich auch erheblich viel Flüssigkeit abgezogen. Danach wird der Trocknungsprozess eingeleitet. In einer sich drehenden hölzernen Trommel wird ca. 55 Grad warme Luft hineingegeben und ca. 30 Minuten werden die grünen Blätter durch, entgegen zur Trommelrichtung sich drehenden, gabelartige Flügel, in die Luft gewirbelt und dabei getrocknet. Hierbei verliert der Grüntee ca. 50% seiner Feuchtigkeit und somit seines Gewichtes. So vorbereitet wird das Blattgut in bekannte, herkömmliche Rollmaschinen gegeben, wo die Blätter unter starkem Druck ca. 5 Minuten, 3 Minuten unter leichtem Druck sowie 2 Minuten ohne zusätzlichen Druck gerollt, bearbeitet werden. Anschliessend werden die Blätter mehrmals in einer Holztrommel heisser Luft ausgesetzt, die durch Ventilatoren in die Trommel geblasen wird.
Nach ca. 30 Minuten hat das Blatt weitere Feuchtigkeit verloren und ist bereit für die weitere Verarbeitung. Beim Heraustreten aus dieser Holztrommel soll das Blatt ca. 45 Grad warm sein. In einem weiteren Arbeitsgang werden dann die Blätter dahingehend bearbeitet, dass man diese versucht zu glätten und ebenso leicht zu polieren. Es soll vermieden werden, dass die Blätter unregelmässig gedreht fertig gestellt werden. Diese Tätigkeit wird in einer Maschine durchgeführt, die eine Anzahl recht komplizierter Arbeitsgänge zur gleichen Zeit durchführt. Das gerollte und weitgehend getrocknete Blatt wird gegen eine heisse Platte gedrückt und gerieben mit dem Effekt, dass das Blatt flach, weich, ja sogar etwas seidig wird. Die Platte wird entweder elektrisch oder durch Holzkohle auf eine Temperatur von ca. 90 Grad gebracht. In einem besonderen Trockner wird der Grüntee anschliessend nochmals 20-25 Minuten bei 60 Grad auf eine Restfeuchtigkeit von 3-4% herabgetrocknet. Später wird dann der fertige Grüntee beim Packen oder Mischen nochmals getrocknet, ggf. mit anderen Produktionen gemischt, Holzteile und Fibrestücke herausgenommen, gesiebt, geschnitten und sortiert.





